Beiträge von british

    So, liebe Leute. Ich weiß beim besten Willen nicht, was die Menschen in den Verlagen tagtäglich so an Alkohol vertilgen. Wenig, oder das Falsche, kann es jedenfalls nicht sein. Also: Ich habe in den letzten Monaten ein zweites Buch geschrieben, dass soeben (heute 12.13 Uhr) veröffentlicht wurde, was mich wahnsinnig freut…

    Diesmal ist es ein Roman geworden. Worum geht es? Ein Junge wächst in einer beschaulichen, katholisch geprägten Vorstadt auf (völlig überraschend könnte es sich um mein Heimatdorf Leverkusen-Rheindorf handeln, von mir aber „Niederfeld“ genannt). Sein Traum, Musiker zu werden erfüllt sich. Er macht Karriere, zieht in die Welt hinaus, hat Riesenerfolg, driftet aber total ab. Drogen, Exzesse, all das. In „Niederfeld“ wurde der neue Pfarrer (der alte, sehr konservativ geprägte war verstorben) sein Mentor und hatte riesigen Einfluss auf ihn. Ok, später gerät der Musiker, inzwischen geläutert, in den Bannkreis einer faschistoiden Gruppierung und muss sich in den Jahrzehnten des neuen Jahrtausends ordentlich zur Wehr setzen. Mehr will ich eigentlich nicht verraten. Es ist keine Biographie, auch kein Thriller, das meiste, aber längst nicht alles, ist fiktiv, hätte sich aber so zugetragen haben können. Im Zentrum der Geschichte steht also die Lebensgeschichte des Musikers, seiner Familie und auch die seines Mentors. Die Kulisse bildet Die Musik (Rockmusik, natürlich) und die Zeitgeschichte der letzten Jahrzehnte. Auch Motorräder und das „Schrauben“ spielen eine Rolle, stehen aber nicht so im Mittelpunkt wie beim ersten Buch.

    Es wäre natürlich schön, wenn Euch der Stoff interessieren würde. Mit Widmungen und so, das kriegen wir hin. Ich selbst bin noch ein wenig geflasht von der NAchricht des Verlages - man sehe es mir bitte nach. :-)

    Hugo Chaves: Was wir glaubten
    gabrieleschaeferverlag.de


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    Nun, ich hatte genau darüber ein längeres Gespräch mit Triumph. Ganz wichtig aber - bevor Diskussionen aufkommen: Das ist bei der Rocket konstruktionsbedingt. Sorgen machen sollte man sich, wenn sie nicht den Zug nach links hat, was aber ausgeschlossen ist.

    Der ganze Antrieb ist ja gottlob längst verbaut. Das ist der entscheidende Punkt! Auch die leicht versetzte, nicht mittig angeordnete und längst verbaute Kurbelwelle spielt da eine große Rolle, aber auch andere Antriebskräfte, Kreiselkräfte, Asymetrien haben Einfluss.

    Also: Alles normal! Dat muss so! Vor vielen Jahren ist das hier im Forum mal durchgekaut worden, meine ich mich zu erinnern.

    LG, British

    Was diese sogenannten Alterswerke anbelangt - die aber für mich keine Alterswerke sind sondern einfach nur eine gelungene Melange aus Erfahrung, Läuterung und musikalischem Geschick - , die auch im Buch vorkommen, eine kleine Auswahl:

    Johnny Cash: Hurt (unverzichtbar für jeden „wir-gedenken-bei-ein-paar-Bieren-der-alten-Zeiten- Abend)

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    Steve Wynn: Resolution (nicht unbedingt ein Alterswerk, aber der Meister des kalifornischen Paisley Rock will es noch mal allen zeigen…)

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    New Model Army: Snelsmore Wood (Wie NMA es geschafft haben, den Turnaround von wütendem punkbasiertem Sound zu mitreißenden Melodien zu finden, ist mir immer noch ein Rätsel)

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    T Rex: Ride a White swan (Kein Alterswerk aber ein altes Werk, Finde ich immer noch sexy)

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    R.L. Burnside: Goin down south

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    Die Multicoloured Shades - Teen Sex Transfusion. Dass die noch jemand kennt.
    Chapeau, @Rainer!

    …sind übrigens wieder zusammen…

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    Hallo British,

    habe das Buch mit Vergnügen gelesen. Dank an dieser Stelle. Reiche bitte eine Playlist nach. Die kann sich sicher hören lassen.


    Grüße

    Ralf

    Ramones: Blitzkrieg Bop

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    Monster Truck: Young City hearts

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    Blackfoot: Highway Song

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    Motörhead: Love me Like a Reptile

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    The Clash: London Calling

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    Led Zeppelin: The Battle of evermore

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    Rainbow: Long live Rock´n roll

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    Ramones: Rockaway Beach

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    The WHO: My Generation

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    Led Zeppelin: Whole Lotta Live

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    Bob Dylan: Like a Rolling Stone

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    The Multicoloured Shades: Teen Sex Transfusion

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    The Nomads: Milk Cow Blues

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    The Godfathers: Cause I Said so

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    Iggy Pop: Highway Song

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    Velvet Underground: Run, run run

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    R.L. Burnside: Let my Baby Ride

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    Lou Reed: There is no Time

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    Rival sons: Young love

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    Bob Dylan: Ballad of a thin man

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    The Flaming sideburns: Lonesome rain

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    R.L. Burnside: It´s Bad you know

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    Ted Nugent: Baby please dońt Go (live)

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    Junior Kimbrough: You better run

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    Rival Sons: Do your worst

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    Hallo Rainer,

    ist dieser Artikel auch in einer Printausgabe erschienen? Wenn ja, kennst du den Tag der Printausgabe? Dann könnte ich ein Foto der Printausgabe anfertigen. Ich habe die Printausgabe für Köln und dieser Artikel ist mir nicht aufgefallen. Es wäre möglich das der Artikel nur in einer lokalen Ausgabe erschienen ist.

    Hi, er ist im Leverkusener Stadtanzeiger und im Rhein-Sieg Anzeiger erschienen (Printausgaben und online), beides Ableger des Kölner Stadtanzeiger. Daher konntest Du ihn nicht gefunden haben.

    Liebe Leute! Nicht um anzugeben, dazu gibt es weiß Gott keinerlei Anlass, sondern um Euch auf dem Laufenden zu halten. Es ist einiges passiert in der letzten Zeit…

    „Leben zwischen Rathaus, Ramones und Reha“: Rainer Gleß blickt hinter die Kulissen in Sankt Augustin
    Der ehemalige Beigeordnete hat ein Buch über sein Leben geschrieben, das nicht perfekt sein will, sondern echt.
    www.ksta.de

    Der ehemalige Technische Beigeordnete hat ein Buch über sein Leben geschrieben, das nicht perfekt sein will, sondern echt.

    Ironie und Sarkasmus machen Rainer Gleß großen Spaß. Und davon ist in seinem Buch mit dem Titel „Hermano Blanco - Ein Leben zwischen Rathaus, Ramones und Reha“ viel zu finden. Unter dem Pseudonym Hugo Chaves wurde es veröffentlicht. Der ehemalige Technische Beigeordnete der Stadt Sankt Augustin hat die Zeit nach seiner Pensionierung genutzt, um „einen Blick hinter die Kulissen eines Lebens zu werfen, das nicht perfekt sein will, sondern echt“ - wie er es selbst formuliert.

    Gleß ist in Leverkusen aufgewachsen und verrät, dass er in seiner Jugend einmal 50 Sozialstunden nach einer Polizeikontrolle habe ableisten müssen, weil er seine Vespa Bravo SC frisiert hatte. Wer hätte das von dem redlichen Beamten gedacht? In weiteren Anekdoten aus seiner Schulzeit geht es um die legendären Feten in der Pfarrgemeinde St. Alegundis und erste Freundschaften.

    Für drei Mark Stundenlohn stand Rainer Gleß im Nebenjob bei Bayer in Leverkusen am Band

    Für drei Mark Stundenlohn stand Gleß im Nebenjob bei Bayer am Band, um seinen Führerschein zu finanzieren. Dann ging es mit dem Abitur in der Tasche auf nach Portugal – allerdings mit der Bahn, weil die Strecke für das inzwischen erworbene Motorrad zu lang war. Wieder zurück in Deutschland, holte Gleß der Alltag ein, „der nicht aus Groupies, Gitarren oder Revolution bestand, sondern aus Bundeswehr, Studium und Formularen“. Für 140 Euro Monatsmiete zog er 1984 nach Berlin in eine 42 Quadratmeter große Studentenbude in Wedding „mit Klo auf dem Zwischengeschoss und Kohleheizung“.

    Detailreich beschreibt er seine Zeit dort. Dazu gehören Fahrten mit dem Motorrad in die damalige DDR. Die Grenzöffnung am 9. November 1989 erlebte er in der geteilten Stadt mit. „Plötzlich standen Trabbis an jeder Ecke, es roch nach Zweitaktöl und nach Freiheit, die keiner so richtig einordnen konnte“, ist in dem Buch zu lesen. Gleß hatte zu jener Zeit eine Anstellung im Bauamt.

    1992 ging es zurück ins Rheinland, „raus aus der Hauptstadtblase, rein ins solide Chaos zwischen Domplatte, Currywurst und Kölschglas“. 2001 folgte die Wahl zum Beigeordneten in Sankt Augustin, das er im Buch als „Rheinstadt“ bezeichnet. Diese anderen Bezeichnungen für reale Orte und Personen sind ihm wichtig, um die „ein oder anderen Dinge auch mal pointiert zu beschreiben, ohne dass es direkt in die Realität übertragen wird“, sagt Gleß im Gespräch mit der Redaktion.

    Das scheint ihm allerdings nicht wirklich gelungen. Denn der beziehungsweise die ein oder andere im Rathaus haben sich schon erkannt. Sogar Bürgermeister Max Leitterstorf hat das Buch gelesen. „Ich musste über die ein oder andere Stelle schmunzeln“, berichtet er. Und das sei ja auch der Sinn dieses Buches, betont Gleß.

    Der Leser entdeckt in dem Buch Dinge, die er selbst vielleicht auch so erlebt hat

    Die 452 Seiten in Gleß Buch sind in acht Kapitel gegliedert. Einen gewichtigen Teil darin nimmt der schwerer Motorradunfall Rainer Gleß' ein. Humorvoll schildert er seine Erlebnisse im Krankenhaus und in der Reha. Aufs Motorrad hat er sich danach wieder gesetzt. „Stillstand ist schlimmer als jede Narbe“, umschreibt er sein Lebensmotto im Buch. Deshalb macht es Spaß, darin zu blättern. Vielleicht auch, weil man viele Dinge entdeckt, die man selbst ähnlich erlebt hat.

    Hugo Chaves, Hermano Blanco: „Ein Leben zwischen Rathaus, Ramones und Reha“, Gabriele Schäfer Verlag, ISBN 978-3-910594-46-3, 25 Euro als Taschenbuch.

    Grönland

    Sankt Augustin. Letzten Sonntag. Ein Grad. Draußen. Geht doch. Drinnen an der Heizung sitzend wohltuende 22 Grad. Da lassen sich Pläne für ein Outdoorerlebnis schmieden. Bei einer Tasse heißen Tee und ein wenig Gebäck vom Vorjahr. Die Straßen trocken, salzfrei, sauber wie das Gewissen eines Berufspolitikers am Wahlabend. Schneiderkalt. Diese spezielle Form von Kälte, die nicht wehtut, sondern beleidigt. Ich stand in der Einfahrt, sah meinen Atem und dachte an Grönland. An Weite, Eis, Haltung. An Zeichen. Man muss ja Zeichen setzen, gerade in diesen Zeiten. Ich dachte an Trump, der vermutlich irgendwo in einer beheizten Ecke des Oval-Office sitzt und das tut, was er am besten kann: An nichts denken. Ich hingegen dachte an die frierenden Menschen in der Ukraine, an die Grönländer, die im Moment gar nicht wissen, ob sie nächstes Jahr noch einen Iglu ihr Eigen nennen dürfen und war mir ziemlich sicher: Wenn jetzt jemand Motorrad fährt, dann bin ich das. Solidarität hat viele Gesichter, meines würde in wenigen Minuten in einem Sturmhauben-Zwiebellook stecken.

    Außerdem – und das war natürlich der entscheidende Grund – waren meine Motorräder seit Wochen nicht bewegt worden. Maschinen leiden still. Und ich auch. Also Schichten. Unterwäsche, darüber etwas Vernünftiges, dann noch was Vernünftiges, darüber etwas mit Reißverschluss, darüber etwas mit Haltung. Drei Paar Handschuhe übereinander, weil nur zwei Paar ein wenig zu optimistisch gewesen wären. Helm auf, Klappe runter, Moral auf Anschlag. Ich sah aus wie ein eingemümmelter Eskimo, der sich mit seinem Hundeschlitten durchs ewige Eis schiebt, ich nur mit einem verbeulten Schuberth C3 auf der Rübe als einzigem Unterschied.

    Erster Stopp: Aral in Oberpleis. Ein Leuchtturm der Zivilisation. Der Tankwart sah mich an wie jemanden, der entweder sehr konsequent oder sehr falsch abgebogen war, oder sich vom Eisplaneten Uranus auf die Erde verirrt hatte. Ich tankte, demonstrativ länger als sonst, was aber eher an meinen eingefrorenen Gliedmaßen lag, sah in mich bemitleidende Gesichter, Augenkontakt auch etwas länger als üblich. Dass ich anfing, mein Vorhaben zu bereuen, ignorierte ich - noch. Es galt, ein Zeichen setzen. Ein Statement.

    Für was, wurde mir bei der Weiterfahrt allmählich egal, denn die Kälte setzte mir zu. Trotzdem: Weiter in Richtung Eitorf. Der Ausdruck „Zähne zusammenbeißen“ bekam für mich eine andere Bedeutung. Ich würde froh sein, wenn ich die angefrorenen und in die Jahre gekommenen Dinger noch auseinander bekäme. Die Landschaft sah aus wie immer, nur kälter, ehrlicher, ein bisschen nordisch. Die Eisberge fehlten, aber da: Kinder hatten auf einer Wiese einen Iglu gebaut! Endlich. Ein Zeichen der Solidarität. Soll noch mal jemand sagen, die Menschen im östlichen Rhein-Sieg-Kreis hätten kein Gespür für das, was in der Welt so vor sich geht.

    Der Iglu war eine misslungene Mischung aus Schneemann, Gartenhäuschen und einem ambitionierten, aber gescheiterten Architekturprojekt kurz nach dem dritten Kakao. Vermutlich hatte der Vater, wahrscheinlich ein Stadtplaner im Dienste der Gemeinde Eitorf, tatkräftig mitgeholfen. Kein Eis, kein Schnee im klassischen Sinne, eher gefrorener Matsch, festgetretene Hoffnung und das unbeirrbare Vertrauen von Kindern, dass man mit genug Wille und wenig Physik alles bauen kann

    Ich fühlte mich wie ein zweiradmotorisierter Agent des Westens auf geheimer Mission in östlichen Gefilden.

    Die Sieg entlang zurück. Romantisch. Friedlich. Ich hatte nicht bedacht, dass „Bergisches Land“ keine poetische Metapher, sondern eine geografische Drohung ist. Die Temperaturen sanken unauffällig, fast hinterhältig. Mein Bordthermometer zeigte fünf Grad an. Die vier digitalen Anzeigen an meinem Körper – Finger links, Finger rechts, Zehen links, Zehen rechts – zeigten etwas völlig anderes. Ich wusste, sie waren da, aber irgendwo zwischen „außer Betrieb“ und „Suche läuft“.

    Es war diese Phase, in der man nicht mehr friert, sondern verhandelt. Mit sich. Mit Gott. Mit der Physik. Ich versprach mir selbst, nie wieder groß über Grönland nachzudenken. Ich versprach Solidarität künftig im Warmen zu empfinden. Aber ich setzte weiter Zeichen, Kilometer für Kilometer, bis ich irgendwann wieder in Sankt Augustin ankommen sollte, so hoffte ich jedenfalls.

    Die üblich gewordenen digitalen Anzeigen an den diversen Kreditinstituten hingegen – jene kleinen volkswirtschaftlichen Orakel über den Filialtüren, die einem die Temperatur anzeigten, die Uhrzeit, das Datum, die Börsenkurse und das Körpergewicht, – zeigen irgendetwas zwischen minus eins und minus drei Grad an.

    Typisch, alle kaputt. Denn mein Bordthermometer zeigte weiter fünf Grad an. Verlässlich. Stoisch. Vertrauenswürdig wie ein Schweizer Uhrwerk mit Benzinanschluss.

    Aber immerhin: Das ist natürlich kein Versäumnis. Ich hatte die fehlerhaften digitalen Angaben unserer zuverlässigen deutschen Kreditinstitute (Gelsenkirchen ist da nur eine Ausnahme) einem ersten Impuls folgend nur falsch verstanden. Das ist Wirtschaftsförderung. Denn verwirrte Kunden kaufen mehr. „Jetzt Thermosocken im Angebot – wirken auch bei Minusgraden. Gleich kaufen, beim Action um die Ecke.“

    Wie üblich trödelt die Postbank bei der Nachrüstung mit digitalen Anzeigen ein wenig hinterher. Vor kurzem hatte die Postbank noch 150.000 Rechenschieber aus Holz in Nordkorea gekauft. Globalisierung muss ja auch Vorteile haben.Die letzten Reste heldenhaften deutschen Beamtentums, eingefroren irgendwo zwischen Durchschlagpapier und Amtsschimmel.

    Froh, dass mein Bordthermometer exakt funktioniert und offensichtlich der letzte funktionierende Sensor östlich des Rheins ist, fahre ich also weiter. Überall Autos mit „Help Ukraine“-Aufklebern, manchmal sogar kleine eingefrorene Fähnchen. Fahrstil? Vorhanden - manchmal. Moral? Wenn man so will. Aber selektiv. Wo ist Grönland? Wo Minnesota? Wo die Uiguren? Wo Taiwan? Und wo – verdammt noch mal – sind die Holländer?

    Solidarität ist wie ein Sonderangebot: zeitlich begrenzt, regional verfügbar und nur solange der Vorrat reicht.

    Ich friere weiter wie ein Schneider. Was für eine Scheißidee.

    Links und rechts sehe ich Frost an den Bäumen, diese feinen weißen Hinweise darauf, dass Naturgesetze keine politischen Debatten kennen. Mein Bordthermometer verharrt weiter unbeirrbar bei fünf Grad. Eine angelsächsische Haltung in digitaler Form. Während deutsche Banken minus zwei behaupteten, Bäume minus fünf schrien und mein Körper irgendwo bei „machen wir nicht mehr mit“ angekommen war, blieb dieses Display stoisch, zuverlässig. Wie der Vier-Uhr-Tee und der Big Ben. Kein Drama. Keine Meinung. Der wahre Grund für den Brexit.

    Dennoch: Die Fingerspitzen sind keine Fingerspitzen mehr, sondern ein diffuses Gefühl, das irgendwo kurz vor dem Handgelenk endet. Die zwei Schrauben im Daumensattelgelenk müssen mittlerweile gefroren sein. Materialprüfung fürs Bundeswehrbeschaffungsamt. Nase? Bestimmt noch da. Vermutlich. Irgendwo.

    Dann: das Schild.

    Sankt Augustin – 4 km.

    Die wohl längsten vier Kilometer meines Lebens. Kilometer, die sich dehnen, ziehen, lachen. Ich verhandle wieder. Mit mir. Mit der Zeit. Mit der Idee von Solidarität. Endlich zu Hause. Das Motorrad in die Garage geschoben. Geschoben, nicht gefahren – man will ja nichts riskieren.

    Und während ich mir langsam das Gefühl in den Händen zurückerobere, denke ich:

    Vielleicht ist es doch gar keine schlechte Idee, Solidarität künftig auf das Aufbringen von Stickern zu beschränken. Das ist umweltfreundlicher. Schneller. Multifunktional – man kann mehrere Sticker gleichzeitig anbringen. Man friert nicht. Man muss sich körperlich überhaupt nicht einbringen. Und hat trotzdem sein Gewissen beruhigt.

    Vielleicht reicht das ja inzwischen: ein Aufkleber fürs Gewissen – und ich kann mir die nächste Arktisexpedition sparen.

    Hey, ist doch vollkommen ok, Jeder soll die Klamotten tragen, die er glaubt, auf dem Mopped tragen zu müssen. Jeder ist sich doch der Gefahr bewusst, die Motorradfahren mit sich bringt. Und jeder weiß, welche Gefahren es mit sich bringt, wenn an manchen Körperteilen die Schutzkleidung zu wünschen übrig lässt. Ich selber hatte über viele Jahre einen Jethelm getragen, wohlwissend, was passieren kann, wenn ich mich damit im wahrsten Sinne des Wortes auf die Schnauze lege. Dann ist es leider trotz aller Vorsicht passiert und ich habe einen hohen Preis dafür gezahlt. Mit meinem Schicksal hadern hilft aber nicht. Ich kannte die Risiken und habe sie in Kauf genommen. Bitte mich also nicht falsch verstehen: Ich komme jetzt nicht mit erhobenen Zeigefinger daher und sage: „Jethelme oder der LS2 oder ein schon 10 Jahre alter Helm sind Kappes, weil, seht her was passieren kann.“

    Also @Mike, es liegt mir deswegen absolut fern, das System eines LS2 in belehrender Weise zu kritisieren, weil gefährlich. Dann müsste ich in letzter Konsequenz sagen, dass Motorradfahren für mich nicht mehr in Frage kommt, weil gefährlich. Ich hoffe aber nicht, dass ich diesen Eindruck erweckt habe! Das „Belehren“ überlasse ich anderen, das ist absolut nicht mein Ding.

    Eine Diskussion darüber, was jetzt gut ist an Schutzkleidung und was nicht, ob Jethelm, oder Klapphelm oder Integralhelm, ist deswegen eigentlich überflüssig. Wir sind ja erwachsen (die meisten jedenfalls) und können die Gefahren gut einschätzen. Ich selbst trage jetzt einen Klapphelm (Schuberth) von dem ich weiß, dass er in Sachen Schutz auch nicht gerade Top of the line ist. Wir reden hier ja auch nicht über einen reinen Jethelm, sondern über einen LS2, bzw. das System, das diesem Helm zugrundeliegt. Das ist schon was anderes (eine Aussage voller Weisheit, ich weiß :-)), da kann auch jeder entscheiden, ob und wann er das Teil offen fährt, oder auch nicht. Finde ich gut und für mich kann ich nicht ausschließen, auch mal so ein Teil zu tragen.

    Also, Sicherheitsdiskussionen führen wir vollkommen zu recht, vor allem was die Technik anbelangt, die sich hinter Helmen oder Airbag-Westen verbirgt, Jeder aber trifft seine eigenen (System)Entscheidungen und weiß um die Konsequenzen. Und wir wissen, was es an Schutzkleidung so gibt und entscheiden uns dann für dieses oder jenes. So soll es sein!

    Übel, richtig übel wird mir allerdings, wenn ich im Sommer Typen mit kurzer Hose, T-Shirt und Badelatschen durch die Straßen jagen sehe. An der Tankstelle oder so, erreicht dann meine eher liberale Gesinnung kurzzeitig eine Grenze und ich bin versucht, dem Fahrer die Karre wegzuschließen, auch wenn er vorschriftsmäßig einen Helm anhatte, der ihm im Falle eines Sturzes allerdings nur wenig helfen wird. Diese Typen haben eine Vorbildwirkung für andere und ich weiß, dass viele Heranwachsende, die sich vielleicht später für ein Motorrad entscheiden, ein derartiges Verhalten für supercool halten.

    Aus aktuellem Anlass noch einmal hochgeholt: das FlipBack-Thema hier im Forum hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Da mein alter Klim langsam am Ende war – und zum Saisonabschluss auch noch unsanft vom Regal gefallen ist – stand die Entscheidung für einen neuen Helm ohnehin an.

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    Nun bin ich also ebenfalls bei der FlipBack-Fraktion gelandet. Kleiner Hinweis für Interessierte: lieber eine Nummer größer bestellen, dann sitzt er gut. Mal sehen, wie oft ich ihn wirklich als Jethelm fahre. Was sofort auffällt, sind die recht dicken Helmseiten – spürbar massiver als bei meinen bisherigen Integralhelmen.

    Ich glaube, den gibt es auch in schön!

    Liebe Leute,

    so, bevor wir uns kollektiv in besinnliche Völlerei, familiäre Minenfelder und kalenderbedingte Glückseligkeit stürzen, wünsche ich euch für die Feiertage selbstverständlich nur das Allerbeste. Dazu einen guten Rutsch ins neue Jahr – möglichst ohne Fremdkontakt, Eigenverschulden oder statistische Relevanz. Und ja, immer eine Handbreit zwischen euch und dem Asphalt. Aber das wisst ihr ja: Das wünsche ich euch ohnehin ständig, beinahe schon zwanghaft, wie andere Leute „Gesundheit“ nach dem Niesen sagen….

    Kurzum, Und von ganzem Herzen (!!!): Bleibt heil, bleibt aufrecht und macht nichts, was man später jemandem erklären muss.

    LG

    Euer British

    …inspiriert durch Big_Alex


    Die Buchbestellung

    Sieben Wochen sind eine Zeitspanne, die nicht laut vergeht. Sie schleift sich ab, unauffällig, wie ein schlecht geschnittener Rand an einer Buchseite. In diesen sieben Wochen wartete ich auf ein Buch. Kein besonderes Exemplar, keine Erstausgabe, kein handnummeriertes Sammlerstück. Einfach ein Buch. Papier, Einband, Buchstaben, die gemeinsam eine Meinung bilden wollten.

    Das Buch: Irgendein Newcomer, Hugo Chaves, irgendein Spanier vielleicht, oder ein Südamerikaner (iss ja alles dasselbe), hatte ein Buch mit dem Titel „Hermano Blanco“ geschrieben. Bestimmt so eine Art Charles Bukowski für Arme, irgendwas mit Motorrädern oder so. Egal. Bald Weihnachten. Amazon. Bestellt. Fertig. Dachte ich…

    Als das Paket endlich kam (am. 2. Januar) wirkte es erschöpft. Nicht beschädigt im klassischen Sinn, eher seelisch angegriffen. Hermes hatte geliefert. Allein dieser Umstand hätte mir jede Hoffnung nehmen müssen. Ich trug es hinein, legte es auf den Tisch, öffnete es vorsichtig – und in genau diesem Moment entschied das Buch, dass Zusammenhalt überschätzt wird. Der Umschlag löste sich, der Buchblock rutschte heraus, Seiten trennten sich voneinander wie Menschen nach einem sehr langen Abend. Buchstaben machten sich selbständig. Ein kleines „e“ lag plötzlich auf dem Tisch, ein „R“ klebte an der Folie, irgendwo rollte ein Satzzeichen davon, als hätte es einen Anschlusszug zu erwischen.

    Sieben Wochen Warten für ein Werk, das sich beim ersten Kontakt selbst abschaffte. Hermes, dachte ich, transportiert keine Bücher, es stellt sie existenziell infrage.

    Also reklamierte ich beim Verlag. Die Telefonnummer führte nach Guantánamo, was mich kurz beruhigte. Wer Menschen dort jahrelang festhalten kann, sollte auch mit einem auseinanderfallenden Buch fertigwerden. Aber erst einmal 3,5 Stunden Wartezeit in der Hotline. Immerhin bestand die Hintergrundmusik aus „Jailhouse Rock“, allerdings nicht von Elvis vorgetragen, sondern in der klassischen Version von Richard Clayderman. Später erklärte mir dann freundlich, aber bestimmt, dass man ausschließlich für den Lesestoff der eigenen Gäste zuständig sei. Externe Literatur falle nicht in den Zuständigkeitsbereich, man leite mich aber gerne nach Washington weiter. Ich hörte Wartemusik, diesmal „Looking for Freedom“, vorgetragen von Donald Trump persönlich, die klang, als wolle sie mich auf das vorbereiten, was noch kommen würde.

    Washington meldete sich also. Ein Pressereferent mit der geistigen Stabilität eines schlecht verschraubten Lautsprechers hörte sich mein Anliegen an und erklärte mir mit überdrehter Begeisterung, ich solle doch lieber Bücher aus den USA kaufen. Dort gäbe es bewährte Figuren. Mickey Mouse. Superman. Helden mit klaren Konturen, stabiler Haltung und unproblematischer Moral. Der Buchtitel gefiel ihm sowieso nicht. Hermano Blanco klang ihm zu fremd, zu wenig marktkonform, zu wenig geeignet für ein Publikum, das ein klares Weiß und eindeutige Feindbilder bevorzugt. „Hermano Blanco“ würde ja schon nach Drogenschmuggel aus Südamerika förmlich riechen. Außerdem sei doch Hugo Chaves der ehemalige, mittlerweile verstorbene sozialistische Staatspräsident von Venezuela. Bevor ich widersprechen konnte, war ich weitergeleitet.

    Der heiße Draht zwischen den USA und Russland funktionierte.

    Moskau übernahm. Die Leitung klang plötzlich schwerer, ruhiger, als habe man sie mit Ideologie isoliert. Im Hintergrund donnerte in Dauerschleife die Internationale. Man erklärte mir in sachlichem, gefestigtem Tonfall, dass imperialistische Literatur grundsätzlich die Jugend verunsichere und das sozialistische Weltbild gefährde. Bücher seien nie harmlos, nur unterschiedlich ehrlich. Dass mein Buch bereits beim Auspacken auseinandergefallen sei, wertete man als Zeichen innerer Wahrheit. Zerfall als pädagogisches Konzept. Dialektik aus Leim und Papier. Das zerfallende spätkapitalistische System in Reinform. Der Titel Hermano Blanco wurde mit hörbarem Misstrauen ausgesprochen, langsam, prüfend, als könne allein die Betonung bereits ein politisches Bekenntnis sein. Dann wurde ich weiterverbunden.

    Schröder-Conection.

    Berlin, endlich! Berlin meldete sich routiniert, freundlich, wachsam. Bundesministerium für Gleichstellung und kulturelle Ignoranz. Die Warteschleifenmusik (immerhin die Titelmusik von Raumpatrouille Orion) hatte ich nach 2 Stunden und 3 Minuten überstanden. Hier ging es weniger um Imperialismus als um Haltung. Man erklärte mir, mein Buch sei problematisch. Nicht wegen seines Zustands – das sei eher ein logistisches Detail –, sondern wegen seines Inhalts. Es ordne nichts ein, erkläre nichts, rahme nichts. Es gendere nicht, mahne nicht, belehre nicht. Es enthalte keine Triggerwarnungen, keine Einordnungshilfen, keine sprachlichen Sicherheitsgurte. Es vermittle ein analoges, antiquiertes Weltbild, eines ohne moralische Fußnoten, ohne klimaneutrale Verpackung, ohne das beruhigende Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Ein Buch, das mit Klimaschutz, Gendern und politischer Korrektheit nichts, aber auch gar nichts gemein habe, sei geeignet, Leser zu verunsichern. Besonders die junge Generation, von der ja die meisten soeben dabei seien, sich ein Geschlecht auszusuchen. Da würde ein Buch mit sexuellen Anspielungen schaden. Und dann ausgerechnet Motorräder, wo die jungen Leute ohnehin ständig orientierungslos vor der verzweifelten Frage stehen, auf welche Straße sie sich heute kleben.

    Ich sah auf die losen Seiten vor mir, auf die verstreuten Buchstaben, die sich weigerten, wieder Ordnung anzunehmen, und dachte: genau deshalb. Und vielleicht ist ein Buch, das schon beim Auspacken auseinanderfällt, genau deshalb gefährlicher als eines, das sich widerspruchslos zusammenhalten lässt.

    Also, ich meine, Guantanamo wird bei den Reiseveranstaltern deutlich unterschätzt. Wer schon mal dort war, weiß nur positives zu berichten, und wer es geschafft hat, von dort wegzukommen, sieht glücklich aus. Den meisten gefällt es dort aber so gut, dass sie sich dort häuslich eingerichtet haben - für länger. Ich selbst war noch nie da, auch wenn mich Kuba schon immer gereizt hat. Kürzlich im Reisebüro bat ich die Reiseverkehrsfrau meines Vertrauens, sie solle doch bitte mal schauen, ob sie irgendein schickes Hotel in Guantanamo anbieten könne. Sie hat nichts gefunden, was einem Skandal, mindestens aber einer leichten Form von Diskriminierung gleichkommt. Fast war ich geneigt, Frau Müller und der TUI eben dieses vorzuwerfen, besann mich aber dann eines Besseren und buchte kurzerhand die Alcatraz-Tour in San Francisco.

    Dabei ist Guantánamo doch ein Reiseziel für alle, die beim Wort Urlaub ohnehin schon ein leicht mulmiges Gefühl haben und finden, dass Entspannung völlig überbewertet wird.

    Schon die Lage ist ein Traum: traumhaft abgeschieden, in karibischen Gefilden, im mit den USA verfeindeten Kuba gelegen (ein Widerspruch in sich eigentlich), hervorragend bewacht und mit einem Sicherheitskonzept, das selbst misstrauische Schwiegermütter neidisch macht. Es erinnert manchmal ein wenig an eine der All-Inclusive Anlagen in Tunesien, wo Sicherheit auch sehr geschätzt wird. Wer hier ankommt, weiß sofort: Man geht nicht verloren – man kommt höchstens nie wieder weg. Ein beruhigender Gedanke für Menschen, die Entscheidungsfreiheit ohnehin überschätzt finden.

    Für mich als Stadtplaner bietet Guantánamo architektonisch eine faszinierende Mischung aus Zweckbau, Stacheldrahtromantik und dem ästhetischen Minimalismus eines Hochsicherheitsbereichs. Keine störenden Verzierungen, keine überflüssigen Farben – alles ist konsequent in einem Grau gehalten, das perfekt zur inneren Stimmung passt. Feng Shui für die Seele, nur ohne Seele. Dabei kommen in den letzten Jahren doch auch in Deutschland minimalistische Zweckbauten - kostengünstig und mit hohem Wiedererkennungswert, da überall gleich aussehend - immer mehr in Mode. Guantanamo als Trendsetter, könnte man sagen.

    Das Freizeitangebot ist ebenso exklusiv wie überschaubar. Statt lästigem Schnorcheln oder Museumsbesuchen, zu denen einen die Ehefrau drängt, gibt es hier die seltene Gelegenheit, stundenlang über Konzepte wie Zeit, Schuld und Rechtsstaatlichkeit nachzudenken. Ein fast schon philosophischer Akt, bei dem die Außenwelt garantiert draußen bleibt. Digital Detox auf höchstem Niveau – WLAN braucht hier wirklich niemand. Fast wie in einem Kloster der Moderne. War schon mal jemand in Bad Wöreshoven in einer Klosterübernachtung?

    Kulinarisch überzeugt Guantánamo mit einer konsequenten Linie: Überraschungen werden vermieden. Das Essen erfüllt seinen Zweck, mehr aber auch nicht. Eine ehrliche Küche, die sagt: „Du bist nicht zum Genießen hier.“ Endlich mal Klartext. Nicht mehr angewiesen sein auf die umständlichen Bewertungen bei Tripvisitor.de, wo ausgiebig darüber lamentiert wird, dass die Soße zu heiß war, die Portion Mayonaise für die halbgaren Pommes zu gering bemessen, oder dass die Farbe der Krawatte des Kellners so gar nicht zu seinen Schuhen passte, (nur 2 von 5 Sternen).

    Auch kulturell hat der Ort viel zu bieten – allerdings vor allem Stoff für spätere Gespräche, Therapiesitzungen oder düstere Dokumentarfilme. Souvenirs sind rar, aber die Erinnerungen dafür nachhaltig. Wer einmal hier war, trägt Guantánamo im Herzen. Oder zumindest irgendwo sehr tief im Unterbewusstsein.

    Fazit: Guantánamo ist kein Ort, den man besucht, um sich zu erholen. Sondern einer, der einem hilft, alle anderen Reiseziele plötzlich sehr, sehr zu schätzen. Ein Geheimtipp für alle, die beim Wort All-inclusive immer schon das Gefühl hatten, da fehle noch etwas – zum Beispiel existenzielle Beklemmung.

    Entschuldigung, man soll darüber eigentlich keine Witze machen. Aber anscheinend leben wir in einer Zeit in der die längst vergessenen düsteren Relikte der Vergangenheit wieder Hochkonjunktur zu haben scheinen. Manchmal kann man das nur mit Zynismus ertragen.

    VG, British

    Wie machen wir das denn mit dem Handsignieren durch den Autor? :gruebel:Wie machen wir das denn mit dem Handsignieren durch den Autor? :gruebel:8)

    Hm, darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Am schönsten ist natürlich das Beschreiben der ersten Seite im Buch. Aber ich kann Euch auch eine handschriftliche Widmung zuschicken. Wer möchte, kann mir seine Adresse per PIN schicken. Dann schicke ich Euch eine zu, die dem Buch beigelegt werden kann. Oder beim nächsten Treffen das Buch mitbringen, dann machen wir es richtig.

    LG, Rainer

    Hallo oldschnelle ,

    Danke für Deinen Post. Ich habe ja grundsätzlich schon Lust und wäre ggfs. dabei. Ich muss das aber noch mit der Familie abklären.

    Von Trump lass ich mir übrigens dieses Land nicht vermiesen. Ich war jetzt einige Male in den Staaten, habe meine (eher kleineren) Motorradtouren selbst organisiert, was Vorteile bringt. Die Erlebnisse, die ich dabei hatte, sind unbezahlbar. Ich bin aber organisierten Touren gegenüber aufgeschlossen, wenn der Veranstalter ok ist, und die Gruppe einigermaßen überschaubar ist.

    VG, British

    So, jetzt habt Ihr den Salat!!!

    Und ich kann es kaum glauben!

    Ihr wisst, ich habe in den letzten Monaten - eigentlich in den letzten Jahren - hier immer wieder einmal eine Geschichte eingestellt. Oft mit Motorradbezug, manchmal auch ohne. Ihr hattet immer ordentlich Feedback gegeben! Ihr wisst, im letzten Jahr hatte ich einen überaus schweren Unfall mit meiner TFC. Die Rocket Totalschaden und ich im übrigen auch. Es gelang mir irgendwie, mich ins Leben zurückzukämpfen. Jetzt fahre ich wieder meine Motorräder und seit Monaten steht wieder eine Rocket EK im Stall. Außerdem bin ich seit August im Ruhestand.

    Ich habe die Zeit, also die letzten Monate, genutzt, um das jüngst Erlebte, aber auch das längst Vergangene, fast schon verschütt Geglaubte wieder auszupacken und nebenbei ein paar aktuellere Geschichten zu schreiben, von denen ich meine, das sie das Leben ausmachen….Die Geschichten sind ganz überwiegend wahr, selten erfunden, manchmal ein wenig hinzu gedichtet, der Kern aber, das Lebensgefühl ist zu 100% authentisch.

    Nun, kurz gesagt, ich habe aus alledem ein Buch gemacht. Und…ich habe einen Verlag gefunden, der viel Vertrauen in mich setzt und jetzt das Buch tatsächlich veröffentlicht hat. Eigentlich hatten sich sogar drei Verlage bei mir zurückgemeldet mit der Absicht auf eine Veröffentlichung. Seit heute, also seit ein paar Stunden, ist das Buch nun vom Gabriele Schäfer Verlag auf deren Homepage eingestellt. Den Link habe ich weiter unten eingestellt.

    Natürlich hoffe ich auf eine möglichst breite Leserschaft!!!

    Schließlich schreibe ich, um die Menschen zu erreichen und das Erlebte, das voll ist von Skurilitäten und Absurditäten, zu erzählen. Das Buch handelt in Form von aufeinander aufbauenden Kurzgeschichten (manche nennen es gar „Roman“) vom Leben, vom Motorradfahren (mit ausgesprochener Affinität zur Marke Triumph), von der oft absurden Arbeitswelt des öffentlichen Dienstes und vom Versuch, das Leben mit all seinen Tiefen und Höhen zu bewältigen. Es wäre schön, wenn Ihr Euch davon selbst ein Bild machen möchtet. Die Verdienstmöglichkeiten sind übrigens ausgesprochen gering, nicht dass Ihr glaubt, eine Veröffentlichung zieht automatisch die Erwirtschaftung eines Vermögens nach sich. Ich heiße ja nicht Boris Becker, wofür ich eigentlich recht dankbar bin. Der Verkauf einer Triumph - Lederjacke würde mir mehr einbringen, aber das kommt natürlich nicht in Frage!

    Ich will - in dieser meiner eigenen Sache - aber auch Danke sagen! Ihr wart in der schwierigsten Zeit meines Lebens (Unfall) eine Stütze (das meine ich ganz ohne Pathos, sondern so wie es ist!) und für die diversen Geschichten, die ich hier gepostet hatte, sage ich danke für Eure Inspiration, ohne die es meinen Versuch, irgend etwas halbwegs Brauchbares zu Papier zu bringen, gar nicht gegeben hätte! Danke also!

    In naher Zukunft will ich Visitenkarten drucken lassen und damit die Republik eindecken :-) und einiges mehr. Mal sehen. Sogar für eine Lesung wurde ich angefragt, das scheint mir jetzt doch ein wenig übertrieben, aber mal sehen, wohin dieses Abenteuer führt. Ach ja, ich habe nicht meinen eigenen Namen benutzt, sondern ein Pseudonym, Hugo Chaves. Warum? Ich bin in der Region recht bekannt und ich will keine „hohen“ Verkaufszahlen wegen meines Bekanntheitsgrades, sondern wegen meiner Geschichten. Daher taucht mein bürgerlicher Name nirgends auf.

    So: Hier ist der Link, bzw. Der Weg zum Buch:

    Hugo Chaves: Hermano Blanco
    gabrieleschaeferverlag.de

    LG, Euer British

    :klugscheisser:Ich hab immer nen Nierengurt an, egal wie warm es ist. Hatte mal Nierensteine, das möchte ich nicht nochmals durchmachen. Und Muskulaturtraining mache ich 2x die Woche nenn ganzen Tag sowieso... weils mir guttut. Und es ist nicht eine Rippe, es sind faktisch alle Rippenbögen, vom Brustbein (solarplexus) etwa 7 cm nach aussen. Und es muss mit der Temperatur zusammenhängen, denn beim skifahren ists dasgleiche.

    Vielleicht bin ich ja ein Konstruktionsfehler...

    Aha!!!!

    Da haben wir den Ursprung allen Übels:

    Von Skistöcken war bisher nicht die Rede! Es liegt am Skifahren, klarer Fall! Das solltest Du sein lassen. :dududu::bikesmiley:

    Hat jemand schon von R Lenker auf GT umgebaut, wenn ja wo liegt das Preislich

    Hi, ich habe mal gecheckt, was es bedeuten würde, um der R den Lenker der TFC zu verpassen. Zwar eine andere Nummer, aber zur Information, was alles getan werden muss, bzw. Erforderlich sein könnte. Also: Andere Leitungen, andere Kabel, Lenkererhöhung (der TFC-Lenker ist flacher und ohne Erhöhung würde er den Tank touchieren), Kosten für den Lenker und Lohnkosten. Kosten überschlägig: 1.200 €. Bei der Umrüstung, wie von Dir angedacht, brauchst Du möglicherweise keine Lenkererhöhung, die anderen Kosten aber dürften anfallen.

    Möglicherweise wirst Du auch etwas bei den Fußrasten machen müssen, denn mit einem anders gekröpften Lenker wird sich auch die Ergonomie ein wenig ändern.

    Das ist neben den recht hohen Kosten auch ein Punkt, der mich vom Umbau abhält. Beim TFC Lenker sitze ich recht weit nach vorne gebeugt. Das muss aber irgendwie einher gehen mit Kniewinkel, Lage der Fußrasten usw. Da habe ich so meine (leichten) Bedenken.