Ausfall Hinterradbremse neue Rocket 2500 - Teil 2

  • Wie einige von Euch wissen, ist bei meiner neuen Rocket GT schon zweimal die Hinterradbremse komplett ausgefallen. Da es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt und es jetzt wichtige Neuigkeiten gibt und das Problem auch Euch treffen könnte , habe ich das Thema noch einmal hochgeholt.

    Hintergrund : Bei meiner neuen Rocket GT ist bei 2100km und 3200 km die Hinterradbremse komplett ausgefallen. Das äußerte sich dadurch, dass ich die Bremse komplett bis zum Anschlag durchtreten konnte ohne eine Bremswirkung zu erzielen. Nach der Entlüftung der Bremse funktioniert sie zwar wieder, aber wie es scheint ist dadurch das Problem nicht behoben und es kann sich jederzeit wiederholen.

    Nach Rücksprache mit Triumph ist dieses Problem bekannt und man arbeitet in England schon daran. Aber mehr hat man mir nicht verraten.


    Vor ein paar Tagen hatte ich ein Interessantes Gespräch mit einem "Insider" der bei einer Zulieferfirma an der Entwicklung der Bremsanlage/ABS von der neuen Rocket 2500 involviert war. Als er meine Rocket sah, sprach er mich direkt auf das Problem der Hinterradbremse an. Das Problem mit Luft in der Bremsanlage hatten sie auch mehrmals während der Entwicklungsphase. Der Grund dafür sei die Verlegung der Bremsleitung. Triumph hat bei diesem Motorrad sehr viel Wert auf Wertigkeit, Optik und ein "cleanes Design" gelegt. Wenn Ihr Euch die Verlegung der Bremsleitung für die Hinterradbremse anschaut wird dies deutlich. Edle Materialien und eine kaum sichtbare Verlegung. Soweit die guten Nachrichten. Das Problem ist, dass die Leitung direkt unter dem Getriebe und dann am Motor entlang nach oben zum ABS verlegt ist. Durch die hohen Temperaturen vom Motor und Getriebe heizt sich die Bremsflüssigkeit stark auf und es kann im Extremfall (Sommer, Ampel Stops, Stadtverkehr etc. ) zu Dampfblasenbildung in der Bremsflüssigkeit führen. Diese führen zu einem vergrößertem Bremshebelweg und bei genügend Dampfblasen letztendlich zum Komplettausfall der Hinterradbremse. Eine Abhilfe könnte seiner Meinung nach nur durch eine Verlegung der Bremsleitung geschaffen werden. Er teilte mir mit, dass man Triumph auch direkt über das Problem informiert hätte.

    Ich kann nur hoffen, dass Triumph zeitnah reagiert!

    Bis dahin meine Empfehlung an Alle: Auch wenn Ihr keine "Hinterradbremser" seid, ab und zu mal die Bremswirkung und den Pedalweg der Hinterradbremse testen. Denn bei einer Notbremsung könnte die fehlende Bremsleistung fatale Folgen haben :eek:



    Gruß Stormy

  • Hallo Stormy,

    Danke für deine technischen Ausführungen bezüglich des Bremsprobleme an der neuen Rocket.

    Für mich bleiben einige Fragen offen.

    Die verwendete Bremsflüssigkeit ist DOT 4.

    Neue Bremsflüssigkeit (DOT 4) aus einem versiegelten Behälter hat eine Siedetemperatur von > 230°C

    Der Nasssiedepunkt (DOT 4, 3,5% Wasser in der Bremsflüssigkeit) liegt bei 155°C.


    Das deine neue Maschine bereits so viel Wasser aufgenommen hat kann ich nicht glauben.

    Wäre es trotzdem so würde ein Wechsel der Bremsflüssigkeit den Siedepunkt wieder deutlich anheben und damit die Bildung von Dampfblasen verringern bzw. verhindern. Dann wäre noch immer die Suche nach der Ursache da, warum nimmt die Bremsflüssigkeit so viel Wasser in so kurzer Zeit auf.


    Das die Dampfblasen im Leitungsweg entstehen nur weil die Bremsleitung unmittelbar am Motor / Getriebe verlegt wurde kann ich auch nicht glauben.

    Um die Bremsflüssigkeit zum Sieden zu bringen, du hast ja eine recht neue Bremsflüssigkeit im System, dann müsste der Motor / das Getriebe mehr als 230°C haben, von Übertragungsverlusten mal ganz abgesehen. Dampfblasen entstehen erst wenn die Bremsflüssigkeit ihren Siedepunkt oder Nasssiedepunkt erreicht hat. Brembo selbst schreibt:

    Ein Wort zu Dampfblasen im Bremssystem

    Nachlässiger Umgang mit der Bremsflüssigkeit kann zu Dampfblasen führen, wenn die Bremsflüssigkeit kocht. Die Blasen erhöhen das Volumen der Bremsflüssigkeit und machen diese komprimierbar, das Bremspedal kann dann durchgedrück werden, ohne dass dabei die volle Bremswirkung entstehen würde (schwammiges Bremspedal). Schuld daran sind oft poröse Bremsschläuche. Durch diese dringt mit der Zeit Feuchtigkeit in die Bremsflüssigkeit ein. Das verringert den Siedepunkt der Flüssigkeit – am Ende verringert sich die Wirksamkeit des Bremssystems dramatisch.

    https://www.bremboparts.com/eu…lik/bremsfl%C3%BCssigkeit


    Hast du die Temperatur des Motors / Getriebes mal direkt an der dort verlegten Bremsleitung gemessen?

    Hat der Händler mal den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit gemessen oder hat er bereits die Bremsflüssigkeit gewechselt?


    Rocket Fahrer sind nicht die einzigen.

    Lies mal hier im Diavel Forum https://diavelforum.de/topic/4…hinterradbremse/#comments

    die Leute haben ein „ähnliches“ Problem. Auch Bremsen von Brembo.


    Wünsche dir alles Gute damit das Problem schnell aus der Welt geschafft wird. Sei Vorsichtig.


    Gruß Jochen

  • Hallo Stormy,


    das Problem mit der Hinterradbremse ist bei mir (Rocket 3R) noch nicht aufgetreten, aber ich kenne das von der Ducati X Diavel S.

    Das habe ich 2 Jahre lang mit gemacht, immer wieder Bremse entlüften und das alle 1 1/2 Monate, teilweise sogar kürzere Abstände.

    Dank Garantie hat Ducati die Kosten immer alle übernommen, aber m.W. ist das Problem bis heute nicht gelöst...


    Ich hoffe das nicht jetzt bei Triumph das Drama weitergeht, sondern schnellstens eine Lösung gefunden wird!

    (Eigentlich ist das Motorrad mit defekter Bremse nicht mehr verkehrstauglich .., beim TÜV wäre das ein erheblicher Mangel)


    Bis dahin, vorsichtig fahren …



    Gruß


    Thomas

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